1. Bisher galt als Grundregel, dass es nur auf die Menge an Kalorien (Joule) ankommt, die man aufnimmt und verbraucht. Ergibt die Differenz ein Plus oder ein Minus, nimmt man zu oder ab - je nachdem.
Das stimmt so aber nicht ganz!
Natürlich spielen nach wie vor die Kalorien eine Rolle, viel mehr jedoch geht es um die Stoffwechsel-Prozesse, die mit der Nahrung ausgelöst werden!
Wichtiger als die Summe der Kalorien ist die Art, wie sie in der Nahrung enthalten sind! Wie leicht sie in den komplexen Verdauungs-Vorgängen aufgenommen werden können.
Eine große Rolle spielt, ob eher Kohlehydrate oder Fett verbrannt werden, wann und wie lange welche Verbrennung stattfindet. Denn hier spielen die Hormone und Enzyme eine Rolle, ohne die überhaupt keine Verdauung oder Verbrennung möglich ist!

2. Bisher galt: "Ein kleiner Magen ist schneller satt, deshalb besser viele kleine Portionen..."
Falsch!!!!
Aus heutiger Sicht ist es wesentlich besser, nur 3 Mahlzeiten einzunehmen, mit mindestens 5 Stunden Pause dazwischen! Das ist für den Stoffwechsel günstiger - und man hat auch weniger Hunger!
Grund dafür ist das Zusammenspiel von Blutzuckerspiegel und Insulin - wie es Dr. Montignac in seiner speziellen Diät beschreibt. Es geht hierbei um die Einstufung der Kohlehydrate in Bezug auf ihren Blutzuckeranstieg in der Blutbahn nach der Nahrungsaufnahme = glykämischer Index (GI). Ein niedriger GI liegt bei unter 55, ein hoher bei 70 und darüber.
Allerdings gibt es auch hier Missverständnisse:

3. So war es für viele Menschen verwirrend und unverständlich, dass gesunde Lebensmittel wie Melonen oder gekochte Karotten auf Grund des hohen GI von der erlaubten Kohlehydratliste gestrichen wurden!
Da es sich hierbei jedoch nur um den Anteil der im Lebensmittel befindlichen Kohlehydrate handelt, und zum Beispiel in Karotten (ob roh oder gekocht) nur wenig davon enthalten ist, gibt es ein wesentlich besseres System: die glykämische Last (GL). Alles unter einem Wert von 10 ist hierbei erlaubt. Und dann ergiebt sich ein ganz anderes Bild: gekochte Karotten zum Beispiel haben einen GI von 85, aber eine GL von nur 4! Feigen hingegen haben zum Beispiel einen GI von nur 35, jedoch eine GL von 25!
Da sieht man, dass Halbwahrheiten große Verwirrung stiften können!

4. Es gibt auch ab und an die unselige Empfehlung, die Nahrung am besten püriert zu essen. Das ist schlecht, weil dadurch die glykämische Last erhöht wird! Die Zubereitungsart spielt nämlich auch eine Rolle - Spaghetti "al dente" gekocht haben zum Beispiel eine geringere GL, als weich gekochte!

5. großes Thema in Ernährungsfragen ist zum Beispiel auch der Cholesterin-Spiegel.
Wer einen hohen Wert hat (über dem Normalwert von 200), ist angehalten, eher wenig von cholesterinhaltigen Lebensmitteln wie z.B. Eier zu essen.
Das ist Unsinn!
Zwei Eier enthalten ca. 600mg Cholesterin. Das ist viel - mag sein.
Dazu sollte man aber wissen, dass der Körper in 24 Stunden eben nur 600 mg Cholesterin aufnehmen kann und somit zum Beispiel ein drittes oder viertes Ei gar keine Rolle mehr spielt.
Und dann hier noch eine kleine Rechenaufgabe: Der Wert von 200 besagt, dass 200 mg Cholesterin pro Deziliter Blut enthalten sind.
Das macht dann pro Liter Blut? Richtig - 2000 mg.
Das dann mal 7 Liter Körperblut ergibt 14000 mg Cholesterin - wovon maximal 600 mg über die Nahrung aufgenommen werden!
Das ist auch logisch: Cholesterin ist Bestandteil der Zellmembran und eine der häufigsten im Körper vorkommenden Substanzen. Sie spielt unter anderem für den Gehirnstoffwechsel eine wichtige Rolle - weshalb der Körper sich auch nicht auf die Zufuhr von außen verlässt, sondern den Spiegel selbst reguliert. Der Körper selbst produziert Cholesterin, und zwar unter Einbeziehung von Stoffwechselhormonen - wie Insulin!

6. Es gilt allgemein die Ansicht, dass zum Abnehmen regelmäßiger Sport notwendig ist, also Kalorienverbrauch über Anstrengung.
Das ist so leider ebenfalls nicht richtig.
Sport ist gesund und wichtig, keine Frage! Aber beim Abnehmen spielt er eine sehr untergeordnete Rolle.
Um 1kg Körperfett zu verlieren, muss man 7000 Kcal einsparen oder verbrauchen.
Will man diese Zahl zum Beispiel mit Joggen verbrauchen, dann muss man, bei einen Körpergewicht von 70 kg, ca. 12 Stunden investieren!
Man erkennt daraus, dass mehr Potential in einer Einsparung beim Essen und Trinken liegt...
Bewegung ist aber dennoch sinnvoll und notwendig, weil eine gut aufgebaute und gut durchblutete Muskulatur den Grundumsatz erhöht - und weil der Mensch schlicht und einfach genetisch zur Bewegung angelegt ist!